Dienstag, 9. August 2016

[Gastbloggerbeitrag: Seven & Stories] Review zu The Lying Game Serie von Sara Shepard



Manchmal schreibt das Leben selbst die sonderbarsten Geschichten. Dann erkennt man sein eigenes Spiegelbild plötzlich nicht mehr oder glaubt, seine Glaubenssätze auf dem Weg verloren zu haben. Es sind diese wirren Gedanken, die dir ein falsches Leben vorgaukeln, dich träumen lassen. Was wäre wenn? Oft genug starre ich aus dem Fenster, hänge Vorstellungen nach, die kaum etwas mit der Realität zu tun haben. Manchmal holen uns diese Momente ein. Wir verfluchen den langweiligen grauen Alltag, sehnen uns nach einer anderen Perspektive. Auch Bücher können uns in Welten entführen, die vollkommen fremd erscheinen. Ich sitze über meinen Kindle gebeugt, kann Wahrheit von Lüge nur noch schwer unterscheiden und frage mich immer wieder, wie einzelne Sätze so spannend und gleichzeitig nichtssagend sein können. Die Aussicht auf einen baldige Entdeckung lässt einen den Atem anhalten, dranbleiben und wie festgefroren dasitzen. Weil man es einfach wissen muss, wissen will und ohne diese Information durchdrehen würde. Es reißt sich um Minuten, Seiten und plötzlich ist das Buch zu Ende und man weiß, dass da noch mehr kommen wird. Eine Fortsetzung. Manchmal auch fünf. 

Seit der Serie Pretty Little Liars (kurz PLL) bin ich absolut vernarrt in Geheimnisse aller Art. Wie eine Detektivin aus dem Jugendroman tanze ich zwischen den Geschichten, löse Rätsel und entdecke Spuren. Da kam es mir sehr gelegen, dass es von der Autorin der PLL-Bücher eine weitere Reihe gab, die nur so vor falschen Tatsachen und Unwahrheiten strotzen sollte. Ich wagte mich also an die Lying-Games-Bücher und wurde nicht enttäuscht.  Emma Paxton erfährt von einem Tag auf den anderen, dass sie einen eineiigen Zwilling hat. Doch zu einem Treffen kommt es nicht, da Sutton zu diesem Zeitpunkt bereits unter den Toten wandelt. Emma gerät in das Lügenspiel des Mörders, der ihre Zwillingsschwester auf dem Gewissen hat. Die Umstände sind ungeklärt, nicht einmal der Geist der toten Sutton weiß, was mit ihrem Körper passiert ist. Ihr Mörder zwingt Emma in die Knie, sie übernimmt das einstige Leben von Sutton und erfährt, was es heißt, plötzlich ganz und gar nicht mehr unsichtbar zu sein. Geheimnisse, die zu Lügen werden. Geschichten, die sich zu Rätseln vermischen. Die Story von Emma und Sutton ist vom Anfang bis zum Ende gut durchdacht. Der Mörder treibt sein grausames Spiel  an die Spitze und Emma muss, neben den Ermittlungen in Suttons Todesfall, verzweifelt dabei zusehen, wie sich ihr ehemaliges Leben Stück für Stück auflöst. Und mit ihm ihre eigene Persönlichkeit. Jeden Tag spielt sie eine Rolle, muss Verwandte und Freunde ihrer Zwillingsschwester hinters Licht führen. Doch sie ist nie ganz allein. Denn jemand beobachtet sie bei jedem Schritt und stellt sicher, dass sie auch ja keinen Fehler macht. 

Emma ist eine sehr angenehme und freundliche Hauptprotagonistin, die mit ihrer Schwester Sutton nur sehr wenig gemeinsam hat. Sutton ist ein wahres Miststück und mehr als einmal schlich sich bei mir der Gedanke ein: Warum hatte so eine Person überhaupt Freunde? Auch Emma kämpft mit dem neuen Leben, das ihr aufgedrückt wurde. Ihre liebe Art passt nämlich so gar nicht zu Suttons Charakter. Doch von Buch zu Buch verändert sich der erste Eindruck von Sutton. Sie war nie ein nettes und liebes Mädchen gewesen, aber trotzdem eine Person, die man über alles lieben konnte. Und nach ihrem Tod gibt es viele Dinge, die sie sehr bedauert. Der Schreibstil von Sara Shephard ist gut zu lesen, sehr flüssig und sachlich gehalten. Stellenweise musste ich mir an den Kopf greifen, weil ich manche Situationen einfach nicht nachvollziehen konnte oder sie hoffnungslos überdramatisiert wurden. Eine einzige Tat von Emma im ersten Buch hätte die ganze Geschichte überflüssig gemacht. Aber dann würde es die Bücher ja gar nicht geben. Die Suche nach dem Mörder war spannend, wenn auch ab Band 3 für mich immer offensichtlicher. Entweder haben mich zuvor gelesene Bücher wirklich dermaßen verdorben, oder ich bin einfach eine erstklassige Detektivin. Who knows. ;) Zum Ende der Reihe hat die Autorin noch einmal ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt und ich musste mir über Minuten die Augen wieder trocken tupfen. Wenn man jemanden verliert, reißt das ein Loch in die Herzen. 

Fazit:
Die Reihe ist spannend und macht wirklich Spaß. Wie gesagt sind manche Stellen etwas anstrengend und auch Sutton ist ein Charakter, den ich anfangs nicht sonderlich leiden konnte. Trotzdem eine gelungene Buchreihe für Leser, die, wie ich, nicht genug von Geheimnissen und Lügen bekommen können. Für das letzte Buch solltet ihr euch außerdem ein paar Taschentücher einpacken. Denn selbst Menschen, die auf den ersten Blick schrecklich erscheinen, werden von jemandem vermisst und geliebt. 3,5 von 5 Sterne.

Klappentext:
 
Kurz vor ihrem 18. Geburtstag macht Emma via Facebook eine überraschende Entdeckung: Sie hat eine eineiige Zwillingsschwester! Doch noch bevor sie Sutton treffen kann, erhält sie die mysteriöse Nachricht, dass ihre Schwester tot ist – und sie ihre Rolle übernehmen soll. Der Beginn eines gefährlichen Lügen-Spiels: Aus Emma wird Sutton, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Dabei übernimmt sie nicht nur Suttons Leben als makelloses Upperclass- Girl, die teuflischen Glamour-Freundinnen und Boyfriend Garret – sondern gerät auch in tödliche Gefahr. Denn nur der Mörder weiß, dass Emma nicht Sutton ist

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen